Die Lüftung und mögliche Ausbauvarianten

Was ist ein Passivhaus, wie funktioniert es und welche Kriterien muss es zusammen mit der unabdingbaren Lüftung erfüllen

Als Passivhaus wird ein Gebäude dann eingestuft, wenn aufgrund einer gut funktionierenden Wärmedämmung im Normalfall keine klassische Gebäudeheizung benötigt wird. Die Bezeichnung basiert auf der Erforderniss, dass ein solches Gebäude überwiegend mit „passiven“ Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten „beheizt“ werden kann.

fan-42841_640Laut den Zertifizierungskriterien, herausgegeben vom Passivhausinstitut Darmstadt, darf ein Passivhaus einen Heizwärmebedarf von 15 KW/Stunde nicht überschreiten. Das entspricht einem Energiegehalt von ca. 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter. 10 W/m² lautet die maximal zulässige Heizlast. Diese muss sogar im Winter unter ungünstigen Bedingungen über die Zuluft zu erreichen sein. Weitere Grenzwerte beziffern den Primäreinergiebedarf (120 kWh/(m²·a), die Luftdichtheit und den minimalen Wirkungsgrad.

Daraus ergibt sich für die Bewohner eine positive Raumwahrnehmung. Diese ist gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch. Trotzdem handelt es sich nicht generell um eine neue Bauweise sondern vielmehr um einen verbesserten Baustandard. Dieser erfüllt die erhöhten Anforderungen an die Architektur, die Technik und die Ökologie. Eine Beschränkung auf bestimmte Bautypen ist nicht gegeben. Die Erreichung eines Passivhausstandards kann auch mittels Umbau und Sanierung erzielt werden.

Das Funktionsprinzip eines Passivhauses besteht in einer besonderen Wärmedämmung von Wänden, Fenstern und natürlich dem Dach. Die Wärmedämmung wird durch eine mehr als durchschnittliche Wärmerückgewinnung erzielt. Der Wärmeverlust wird auch durch die Lüftungsanlage vermindert. Gleichzeitig wird die Frischluftzufuhr durch einen Erdwärmetauscher vorgewärmt und dem Gebäude dann zugeführt. Die gute Luftdichtheit und eine bestimmte Gebäudeform ist erforderlich. Die zusätzliche Beheizung erfolgt am besten über elektrische Heizregister oder eine elektrische Luft-Luft-Wärmepumpenheizung in Verbindung mit der Lüftungsanlage. Eine elektrische Fliesenheizung für den Sanitärbereich empfiehlt sich und ist auch üblich.

Die Lüftung und mögliche Ausbauvarianten

Die Lüftung mit gleichzeitigem Abtransport verbrauchter Luft und Wasserdampf für ein angenehmes Raumklima erfolgt bei einem Passivhaus über die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zur Vermeidung von Lüftungswärmeverlust. Der Luftaustausch erfolgt alle 1-4 Stunden. Eine Fensterlüftung mit Energieverlust wird seltener erforderlich. Sind die Lüftungskanäle nicht zu schmal ist auch nicht mit Zugluft oder einer Geräuschbelästigung durch Luftbewegung zu rechnen.

Frisch gefiltert und vorgewärmt gelangt die Luft in die Wohn- und Schlafräume und von dort durch Überstromöffnungen in die Flure und von dort in Küche, Bad und WC. Von dort weiter an den Wärmeüberträger und zuletzt als Fortluft nach draußen.

Die Wärmerückgewinnung mit einem Wärmetauscher, meist als Gegenstromwärmeüberträger, gilt als das Herzstück der Lüftungsanlage. Eine Wärmerückgewinnung von 80-95 Prozent kann für die Zuluft ohne Luftvermischung gewonnen werden. Ohne das geheizt wird werden von einer solchen Anlage etwa 40 Watt an Leistung für ein Einfamilienhaus aufgenommen.

Mit dem Einbau eines Rotationswärmeüberträgers kann sogar ein Teil der Luftfeuchtigkeit zurückgewonnen werden. Bei einem Gegenstromwärmeüberträger kann sogar der Luftfilter gegen einen Pollenluftfilter ausgetauscht werden. Weitere Schadstoffe lassen sich durch den Einbau eines Ionisationsmoduls mit Ionistionsröhre abbauen. Eine noch bessere Luftqualität ist das Ergebnis.