Die wesentlichen Parameter eines Passivhauses

Das Passivhaus unterscheidet sich von einem konventionellen Einfamilienhaus in der Art der Ausführung. Neben erhöhter Dämmung und einer kontrollierten Wohnraumlüftung verfügt es über building-419204_640spezielle Heizsysteme. Aber wie funktioniert so ein Pasivhaus wirklich und was sind die grundlegenden Parameter, um zu garantieren, dass diese Art der Gebäudeerrichtung energieeffizienter als eine herkömmliche Bauweise ist?

Wärmedämmung

Auf die Wärmedämmung wird beim Passivhaus mit Sicherheit der Schwerpunkt gelegt. Die Außenbauteile des Hauses, also Dach, Wände und Fußboden im Erdgeschoss werden so konzipiert, dass diese im Winter ein zuheizen nicht erforderlich machen und im Sommer vor Überhitzung schützen. Dazu ist es erforderlich, dass alle Anschlüsse fachlich einwandfrei hergestellt werden und es beispielsweise bei Fenstern außen und innen entsprechende Dichtbänder gibt. Die Richtlinien zur Herstellung eines Passivhauses sind dermaßen streng, dass es in vielen Ländern speziell hohe Förderung bei der Umsetzung eines solchen Hauses gibt, die den erhöhten Dämmaufwand abgelten.

Lüftung

Da die Gebäudehülle weitestgehend Luftundurchlässig ausgeführt wird, ist es erforderlich, eine so genannte „kontrollierte Wohnraumlüftung“ zu installieren. Diese gewährleistet einen ständigen Luftwechsel, auch bei geschlossenen Fenstern. Solche Anlagen sind so konzipiert, dass Sie über einen Wärmetauscher die Wärme der Abluft nutzen, um die Frischluft zu erwärmen. Über 80 % der Wärme kann so für die frische Luft verwendet werden, ohne dass sich Ab- und Zuluft dabei vermischen.

Spezielle Filter halten schädliche Stoffe und ungeziefer von außen ab. Das System hinter einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist relativ einfach: Die gefilterte und vorgewärmte Luft wird in den Wohn- und Schlafräumen zugeführt und über Nebenräume und Sanitärräume (Bad, WC) abgeführt. Ein Luftwechsel des gesamten Passivhauses passiert, je nach Einstellung und Bedarf, etwa alle zwei bis vier Stunden.

Heizung

Der Großteil der in einem Passivhaus gewonnenen Energie wird durch Wärmeabgabe von Geräten, Personen bzw. und über solare Gewinne (Fenster) realisiert. Wesentlich dabei ist auch, dass diese Wärme entsprechend gespeichert wird und nicht nach außen dringen kann. Daher ist auch eine dichte Gebäudehülle erforderlich.

Ein eventuell bestehender „Restwärmebedarf“ kann durch eine Zusatzheizung abgedeckt werden. Hier kommen beispielsweise Wärmepumpen, Pelletsöfen, Fernwärme oder Solaranlagen in Betracht. Ob und wie viel dazu geheizt werden muss, bestimmt zum großen Teil das Nutzerverhalten und die tatsächliche Bauausführung. Aber auch Details, wie ein hoher Verschattungsgrad der Fenster, kann oft zu erhöhtem Wärmebedarf führen. Im Extremfall kann der tatsächliche Wärmebedarf bei einem Vielfachen des optimal Möglichen liegen.

Bei kleineren Passivhäusern kommen oftmals Kompaktgeräte zum Einsatz, in denen eine Lüftung, Wärmepumpe, Warmwasserbereitung und manchmal auch eine Elektrozusatzheizung integriert sind.