Hausinterne Erfordernisse und Vorgaben

Relevante Fakten zur Wärmedämmung sowie zu hausinternen Erfordernissen und Vorgaben

Den Verlust an Energie durch Transmission und Lüftung mittels Wärmedämmung zu reduzieren ist der Schwerpunkt eines Passivhauses bezogen auf die Energieeinsparung. Somit muss für alle Umfassungsflächen eine möglichst dichte Gebäudehülle erzielt werden. Dazu eine kontrollierte Wohnraumlüftung inklusive Wärmerückgewinnung aus der räumlichen Abluft.

sun-151763_640Wärmebrücken und undichte Stellen sind ein absolutes Tabuthema; auch bezogen auf die Gesamtheit der Anschlüsse bezogen. Dreifach verglaste Fenster mit Argonfüllung und eine möglichst schattenfreie Südausrichtung bieten auch im Winter durch die solare Energiegewinnung eine durchweg positive Energiebilanz.

Die Heizungsfunktion beim Passivhaus und eine konstante Innentemperatur mit guter Luftqualität

Die „inneren Gewinne“ durch Abstrahlwärme von Personen und Geräte werden nur noch durch andere Heizsysteme wie eine Gas- oder Elektrogebäudeheizung, eine Fernwärmeheizung oder auch eine Ölzentralheizung ergänzt. Ideal ist die ergänzende Wärmevermittlung mit einer thermischen Solaranlage, einer Wärmepumpe oder einem Pelletofen. Allerdings kann eine regelmäßige Beheizung über die Lüftungsanlage lediglich eine Heizlast von ca. 10-20 Watt pro Quadratmeter abdecken. Letztendlich ist der Wärme- und somit Energiebedarf vom täglichen Lüftungsverhalten und vor allem vom jeweiligen Empfinden der Bewohner abhängig.

Die konstante Raumtemperatur zählt zu den besonderen Eigenschaften eines Passivhauses. Dies gilt für das gesamte Haus und das ganze Jahr. Um weniger als 0,5 K pro Tag sinkt die Temperatur im Winter bei ausgeschalteter Heizung. Kalte Außenwände oder kalte Fußböden und sogar die Schimmelbildung gehören der Vergangenheit an. In Mitteleuropa bleiben sogar ohne Klimaanlage Dank der Wärmedämmung und eines evtl. eingebauten Erdwärmeübertragers im Hochsommer die Räume angenehm temperiert. Wer es zum Beispiel im Badezimmer etwas wärmer haben möchte kann eine zusätzliche elektrische Fußboden-Fliesen-Heizung einbauen.

Zusammen mit eingebauten Luftfiltern sorgt die kontrollierte Wohnraumlüftung für eine bessere Raumluftqualität. Zusammen mit elektrischen Heizregistern oder einer Luft-Luft-Wärmepumpe kann die kontrollierte Wohnraumlüftung auch die Heizungsfunktion übernehmen. Voraussetzung: Die maximale Heizleistung bleibt über die gesamte Nutzungsdauer (Jahre der Hausnutzung) unter 10 W/m². Aufgrund der geringen Luftwechselrate von 0,4/h bis 1,0/h ist ein schnelles Aufheizen jedoch nicht möglich.

Die manchmal als weniger angenehm empfundene niedrige relative Luftfeuchtigkeit kann angehoben werden durch Reduzierung der Luftwechselrate. Dies wirkt allerdings der Heizungsfunktion entgegen.

Kosten inklusive Mehr- und Minderkosten

Der Neubau eines Passivhauses ist meist 5-10 % teurer als ein konventionelles Haus nach EnEV als derzeit gültiger Energiestandard. Im Sanierungsbereich von Altbauten können sich die Mehrkosten auf 12-18 % beziffern. Die Zeit der Amortisation beträgt ca. 10 Jahre ausgehend von einer Einsparung der Heizmenge in Höhe von 75 %. Die Amortisation wird maßgeblich beeinflusst von den zukünftigen Energiepreisen sowie dem Investitionszinssatz.

Die Mehrkosten eines Passivhauses entstehen durch:
– extrem gute Wärmedämmung
– vergrößerte Außenflächen und aufwendige Anschlussarbeiten
– Lüftungstechnik und Wärmerückgewinnung
– Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung
– hohe Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle

Die Minderkosten eines Passivhauses entstehen durch:
– keine Kaminzüge erforderlich
– kaum zusätzliche Heizkörper
– kein Brennstofflagerraum
– geringere Kosten für die Warmwasserbereitung und die Heizungsanlage