Kosten eines Passivhauses

Bei aller Wertschätzung für energieeffizientes Bauen und geringen Energieverbrauch darf man bei der Errichtung eines Passivhauses aber einen entscheidenden Faktor nicht außer Acht lassen: Die Kosten. Aber um wie viel teurer ist so ein in passiver Bauweise errichtetes Einfamilienwohnhaus und wann amortisieren sich die zusätzlichen Investitionen?

Kosten & Amortisation

businessmen-397680_640Ein Passivhaus ist grob geschätzt um bis zu 15 % teurer als ein konventionell errichtetes Eigenheim. Das liegt zum Großteil an den erforderlichen Zusatzinvestitionen. Diese sind im wesentlichen die Dämmung und die Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung aber auch die Arbeitszeit ist ein entscheidender Faktor, da diverse Bauanschlüsse sauberer ausgeführt sein müssen – und das kostet eben Zeit und Geld. Wenn ein altes Gebäude renoviert wird, können Sie mit bis zu 20 % erhöhten Kosten rechnen, wenn es auf Passivhausstandard gebracht werden soll.

Die Amortisationsdauer beträgt etwa 8 bis 12 Jahre. Entscheidend hierfür sind Faktoren wie zukünftige Energiepreise und Zinsentwicklung des zur Errichtung aufgenommenen Kredits. Etwa 80 % beträgt das Einsparungspotential bei der Heizenergie, da beim Passivhaus bestenfalls eine Zusatzheizung erforderlich ist.

Kostengegenüberstellung

Die Mehrkosten beim Passivhaus werden im wesentlichen verursacht durch:

  • Hoher Anspruch an die Wärmedämmung
  • Arbeitszeit
  • Lüftung
  • Fenster (Standard Dreifachverglasung)

Demgegenüber besteht hohes Sparpotential bei folgenden Punkten:

  • Oft kein Schornstein erforderlich
  • Ersparnis bei Brennstofflagerraum bzw. Heizraum
  • Geringe Heizkosten
  • Keine Erfordernis von Heizkörpern und dgl.

Wartungskosten

Durch die Zusatzheizung, die gerne mit einer Wärmepumpe bereitgestellt wird, hat man bei einem Passivhaus meist einen erhöhten Strombedarf. Dieser ergibt sich nicht zuletzt auch aufgrund des Betriebes einer kontrollierten Wohnraumlüftung. Andere Brennstoffe benötigt man zwar nicht, es kommt aber jedenfalls auf den Wirkungsgrad der Wärmepumpe an, ob die Heizkosten eher hoch oder niedrig sind. Nicht außer Acht gelassen sollte in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Strom die teuerste Art zu Heizen ist.

Der generelle Wartungsaufwand der Heizungs- und Lüftungsanlage in einem Passivhaus steht dem eines Standard-Eigenheims um nichts nach. Schließlich sind jährliche oder zweijährliche Überprüfungen da und dort zu erledigen. Einzig die zusätzlichen Kosten des Filtertausches schlagen sich beim Passivhaus zusätzlich zu Buche.

Fazit

Bevor Sie ohne nachzudenken sofort ein konventionelles Eigenheim bevorzugen, sollten Sie auch die Möglichkeit der Errichtung eines Passivhauses in Betracht ziehen. Je nach Lage und Fördermöglichkeiten könnte es sich für Sie bezahlt machen. Vergessen Sie nicht, dass Sie damit zukünftig weitgehend energiepreisunabhängig agieren können und bei ressourcenschonender Bauweise einen hohen Beitrag zum Schutz der Umwelt beisteuern.